SDAJ gegen Aufmarsch des III. Weg
Am Samstag, den 29.08., folgte die SDAJ einem Aufruf der Antifaschistischen Linken Fürth (ALF) und des Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus (BgR) unter dem Motto „Refugees welcome – Rassismus bekämpfen“ gegen einen Aufmarsch der neonazistischen Kleinstpartei „Der III. Weg“ auf die Straße zu gehen.Nachdem bekannt geworden ist, dass die Neonazis durch eine Wohnsiedlung zum ehemaligen Möbel Höffner in Fürth-Ronhof marschieren wollten, der mittlerweile seit einem Jahr als vorübergehende Unterkunft für Asylsuchende genutzt wird, war auch für uns klar, dass man das nicht hinnehmen durfte. 3000- 5000 Menschen wollten nicht, dass sich Szenen wie jüngst in Freital und Heidenau in unserer Nachbarschaft wiederholen.

Der Protest zeigte sich vielfältig und kreativ, und vor allem nicht wenig entschlossen. Rund um die von der Stadt Fürth stark gekürzte Route, die letztendlich nur noch durch ein Wohngebiet führte, versammelten sich die Menschen an den Polizeigittern und man organisierte Massenblockaden auf für die Anreise der Nazis wichtigen Knotenpunkten. Die Stadt Fürth profilierte sich im vornherein, dass sie den Nazis keine gemeinsame Anreise durch städtische Busse ermöglichen möchte. Nachdem bekannt wurde, dass nun die „infra“ als städtisches Verkehrsunternehmen den Nazis – entgegen ihrer ursprünglichen Ansage – zum wiederholten Male einen Sonderbus gestellt hatte, war für alle klar, dass die Verhinderung des Aufmarsches nur von den Menschen auf der Straße kommen kann und man sich nicht auf die Unterstützung der Stadt, der „infra“ oder der Polizei verlassen kann.

Aber die Polizei wäre nicht die Polizei, und die Stadt nicht die Stadt, wenn sie nicht alles daran setzen würde, dass die Faschisten ihren Auftakt erreichen konnten. So haben sie eine kleine Seitenstraße gefunden, durch die der Bus unbemerkt auf die Route gelangt ist und die Neonazis abgeladen hat. Dies tat den Protesten allerdings keinen Abbruch, im Gegenteil, durch Aktionen wie diese setzt sich die Polizei nur immer wieder selber der Kritik der Leute aus, die es nicht verstehen können, dass menschenverachtende, rassistische Hetze auf deutschen Straßen eine Bühne bekommt. Auch wenn es diesmal keine Festnahmen gab, machte die Polizei durch ihre massive Präsenz, den ständigen Einsatz von Kameras und Schikanen der Gegendemonstranten immer wieder klar auf welcher Seite sie steht!
Immer wieder wurde versucht den Nazis den Tag zu versauen. Egal ob mit „Nazis raus“-Rufen, Transparenten für Flüchtlinge oder mehrmalige Versuche die Route der Nazis zu blockieren, wir alle haben gemeinsam ein starkes Zeichen gegen rechte Hetze und Gewalt in Fürth und Umgebung gesetzt!

Im Anschluss fand eine Demo der Veranstalter der Gegenproteste vom Auftaktort zum Rathaus statt. Diese bildete den Abschluss eines kämpferischen antifaschistischen Tages in Fürth.

Wir werden uns auch zukünftig aktiv an antifaschistischen Demos beteiligen, weil für uns klar ist, dass man den Faschisten keinen Platz in der Öffentlichkeit überlassen darf!

Wir fordern:

  • Schluss mit der Kriminalisierung antifaschistischer Proteste
  • Verbote von rechten Demonstrationen in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften
  • Verbote aller faschistischen Vereinigungen

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