Brötchen ohne Bundeswehr - Kriegsunterstützer outen!

Die SDAJ Nürnberg stellt sich mit der Kampagne „Brötchen ohne Bundeswehr – Kriegsunterstützer outen!“ gegen die Verharmlosung der Bundeswehr, Scheinheiligkeit der Bundeswehr-Benefiz-Events und die Legitimation von Kriegen in der Gesellschaft.

Am 02.09. wird die Bundeswehr-Big-Band zum neunten Mal in Erlangen auftreten. Mit diesen Auftritten des militärischen Musikantenstadl soll die Werbetrommel der Tötungsmaschinerie „Bundeswehr“ mal wieder ordentlich gerührt werden. Die sozialistische deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Nürnberg stellt sich mit der Kampagne „Brötchen ohne Bundeswehr – Kriegsunterstützer outen!“ gegen die Verharmlosung der Bundeswehr, Scheinheiligkeit solcher Events und die Legitimation von Kriegen in der Gesellschaft. Den Auftakt der Kampagne bildet eine Flashmob-Aktion am Mittwoch, 26.08. vor der Beck-Filiale am Weißen Turm.

Eine zweifelhafte Ehre

Susanne Lender-Cassens, ihres Zeichens Bürgermeisterin der Stadt Erlangen (Grüne Liste), bezeichnete den Auftritt der Klampfenbrüder der Bundeswehr als „Ehre für die Stadt“. Das ist allerdings doch eine sehr zweifelhafte Ehre, wenn die Bundeswehr auf einer ihrer Werbetouren die Stadt Erlangen, das Publikum und das Ambiente für ihren Auftritt missbraucht. „Es ist bedauerlich, dass bei den meisten Menschen das Bewusstsein nicht da ist, dass man sich mit der Big-Band auch die SoldatInnen und den Krieg in den Schloßpark holt.“, sagt Jonas Schiber von der SDAJ. „Das gehört zusammen und lässt sich nicht trennen!“

Kriegstraumata vs. Entertainment

Das Konzept der Bundeswehr scheint aufzugehen. Während natürlich noch die klassischen „Werbemittel“ den größten Nutzen aufweisen sucht die PR-Abteilung der Bundeswehr nach immer neuen, innovativen Wegen ihre Truppe in ein gutes Licht zu rücken. Egal ob in Schulen, auf Jobmessen oder auf Marktplätzen sind die Kameraden im zivilen Einsatz. Mal darf man beim Bundeswehrquiz mitraten, mal dürfen sich schon kleinste Kinder in Kriegsgerät setzen und sich fotografieren lassen.

Diese Art der Werbung setzt vor allem darauf junges, frisches Kanonenfutter für die momentan 16 Einsätze in der ganzen Welt (u.a. in Mali, Kosovo, Nordirak, Afghanistan) zu gewinnen. Geworben wurde schon immer, allerdings seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2010 noch aggressiver.

Das ist die eine Seite der Medaille, die Nachwuchsrekrutierung. Allerdings gibt es noch ein zweites Werbeziel:

Die abstrakte Ablehnung von Krieg in der Gesellschaft nimmt hierzulande immer mehr zu. Grund dafür war vor allem der Afghanistan-Einsatz, der sogar trotz massiver Medienhetze und Schönmalerei der Bundesregierung nicht mehr zu legitimieren war. Doch auch wenn diese Ablehnung noch abstrakt ist und die Mehrheit der Bevölkerungen bei konkreten Fragen der Kriegshetze von oben folgt: Das alles ist nur möglich, wenn die Bundeswehr ihren Einfluss auf die zivile Gesellschaft stetig ausbaut!

Kriegsunterstützer outen!

Die Bundeswehr hat mit etlichen Unternehmen, Schulen, Unis, etc. Kooperationsverträge. Im konkreten Fall geht es um die Zusammenarbeit mit der Erlanger Bäckerei „Der Beck“. Die Spendenerlöse des Konzerts werden an verschiedene Projekte gespendet, u.a. an die sog. „Der Beck Kinderfonds Stiftung“. „Dieses Verhalten der Bundeswehr ist besonders verlogen“, sagt Jonas Schiber der SDAJ, „ da dort die humanitäre Seite der Bundeswehr in den Vordergrund gerückt werden soll. Morgens in fremden Ländern Kinder und ZivilistInnen schikanieren und töten und abends für sozial benachteiligte Kinder zu Spenden kann man kaum noch als bloße Heuchelei bezeichnen!“

Die Kampagne beinhaltet verschiedene kleine Aktionen, die direkt auf die Filialen von „Der Beck“ abzielen.

Wir werden uns an traditionellen Flashmob-Aktionen der Vergangenheit orientieren. Primär geht es uns darum, dass zum einen die Werbung auf den Tüten verschwindet“, sagt Jonas Schiber der SDAJ, „zum anderen aber auch darum, dass die Öffentlichkeit auf die zweifelhafte Kooperation hingewiesen wird und vor allem darum zu zeigen, dass ‚Bundeswehr‘ immer ‚Krieg‘ bedeutet!“

Thomas Ernst, Stabshauptmann, will am 02. September „in Erlangen eine Sommerparty feiern“. Diese werden wir ihm schon im vornherein ordentlich versauen…

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